Liebe Geschwister und Freunde,
ich möchte einen Rückblick auf das Jahr machen, das zu Ende geht. Es war ein sehr bewegtes Jahr. Es fing mit Unwettern im Januar an, die mich zwangen, das Dach auf dem Hinterhäuschen zu renovieren und das an meinem Haus zu reparieren. Wer mir da zur Hilfe kam war Joabes Ernesto de Andrade und seine Crew.
Seit Ernesto im Oktober 2012 starb sind nun schon 5 Jahre vergangen. In dieser Zeit lebte ich mit grossem Seelenschmerz und dem entsetzlichen Gefühl des Verlassenseins und des Verlustes! Ich konnte nicht reagieren, ich sah keinen Sinn mehr im Weiterleben. Ich unternahm einige Versuche da raus zu kommen, indem ich in den Süden zu meinen Freunden reiste oder zu meinen Verwandten nach Deutschland. Aber mein Leid wurde dadurch nicht weniger. Somit zog ich mich in mein Zimmer zurück um in einer virtuellen Welt zu leben.
Was mich gesund erhielt waren meine 3 Katzen, die mich jeden Tag aufweckten und nach meiner Fürsorge verlangten. Auch kamen einige Freunde, um mir zu helfen, sowohl die liebe Familie Roberto Carlos da Silva , als auch mein "Sohn" Allan dos Santos mit seiner Familie und auch sein Bruder Julio César, der mir bei der Informatik half. Und hauptsächlich meine grosse Freundin Terezinha, die zu mir zog als Ernesto krank wurde und bis heute bei mir wohnt. Ausserdem kam ein junger Mann aus dem Staat Bahia, Dirinho, der mitbekam, dass ich Hilfe brauchte, sowohl in der Informatik als auch um tausende Sachen wegzuschmeissen, einiges zu verkaufen und zu verschenken, als auch in praktischer Hilfe in Haus und Hof. In den letzten 3 Jahren kam er des öfteren für ein paar Monate zu uns. Seine Mutter, die mit ihm zusammen wohnte und ihn zu uns zum helfen geschickt hatte, ist vor zwei Jahren verstorben. Da er selbstständiger Informatiker ist, kann er immer mal zum helfen herkommen.
Mein Plan war immer, sobald ich alles hier in Rio de Janeiro erledigt hätte, nach Rio Grande do Sul umzuziehen. Eigenartigerweise geht die Erbschaftssache einfach nicht voran. Jetzt hängt es noch daran, dass das Bürgermeisteramt in der Stadt Magé den Steuerbescheid eines kleinen Häuschens in der Stadt Piabetá auf Ernestos Namen überschreibt. Vor vielen Jahren haben wir dieses Häuschen mit Hilfe meiner Schwägerin Madalena für die Familie Gilberto Corrêa besorgen können, Nur kam der Steuerbescheid immer auf den Namen der Vorbesitzerin. Wir warten schon Monate lang auf diese Änderung des Dokumentes.
Ich lebte laufend unter dem Druck, alles hier zu erledigen um in de Süden umziehen zu können, Aber ich selbst tat fast nichts, liess alles in den Händen anderer und lebte in meiner Fantasiewelt. Dann geschah, dass ich im Mai dieses Jahres eine schlaflose Nacht hatte, in der ich den Herrn fragte, warum mein Leben nicht weiterging, ob Er nicht vielleicht doch andere Pläne für mein Leben hätte. Dachte an meine Katzen, die mittlerweile schon ein fortgeschrittenes Alter haben (13 und 15 Jahre), die einen so weiten Umzug nicht aushalten würden, und auch würde ich sie nie in andere Hände abgeben. Ich beschloss hier in meinem Haus in Rio weiterhin wohnen zu bleiben, aus dem ich weit weg fliehen wollte, um allen den schmerzhaften Erinnerungen zu entfliehen.
Und es geschah etwas wunderbares. Ich stand am kommenden Morgen glücklich auf, erleichtert und voller Pläne. Der Schmerz war weg, ich kann mich jetzt mit Freude an Ernesto erinnern, dankbar für die Zeit, die wir zusammen leben durften, Es ist unbeschreiblich!!!!!Es ist ein ganz anderes Leben!!! Seitdem hab ich auch meine virtuelle Fantasiewelt verlassen, fast jeden Tag bin ich für einige Stunden dabei, auszumisten, aufuräumen, zu organisieren, sowohl hier in meiner Wohnung als auch in den Büros, Ihr könnt euch nicht vorstellen, was Ernesto alles in diesen fast 40 Jahren Zusammenleben aufbewahrt hat. In den letzten Tagen fand ich einige grosse Kartons voll alter Post von vor einigen Jahrzehnten. Er hat immer alles verwahrt, anscheinend warf er nie was weg. Schränke waren voll Kassetten und anderer Aufnahmemedien, die schon seit Jahrzehnten niemand mehr benutzt. Noch sind wir nicht am Ende der grossen Aufräumungsarbeiten angekommen, aber wir gehen mutig voran.
Meine Pläne sind, das obere Stockwerk zu renovieren und später zu vermieten, so hätte ich ein bischen Einnahme. Nur , solange die Erbschaftssache nicht erledigt ist, hab ich dafür keine Mittel. Bin ein bischen entmutigt, aber muss Geduld haben, alles zu seiner Zeit. Ganz sicher werde ich mich nicht langweilen, hab noch viel zu räumen, ausserdem sind da die normalen Hausfrauenaktivitäten und Katzenmutter sein von 3 Katzen.
Ein Erlebnis, was mich dieses Jahr besonders freute, hatte ich im März, als die Brüder Ralf Gunar Janzen und Udo Fast aus Curitiba kamen, um Ernestos deutsche Studienbücher abzuholen. Diese waren schon seit Mitte 2012 eingepackt, als Ernesto noch lebte. Wir hatten ja vor, in 2013 nach Teresópolis umzuziehen und es war sein Wunsch, diese Bücher den Geschwistern in Curitiba zu schenken, Ich war glücklich, endlich seinen Wunsch erfüllen zu können,
Dieses Jahr habe ich mich auch endlich wieder um meine Gesundheit gekümmert. Habe alle nötigen Untersuchungen gemacht und bin recht gesund, Lediglich wurde ein Pre~Diabetis festgestellt. Ich kann nur Gott danken, dass es mir so gut geht.
Ich wünsche allen, die die Geduld hatten meine Epistel bis hier her zu lesen, Frohe Weihnachten und ein reich gesegnetes Neues Jahr!
(Entschuldigt bitte mein Deutsch, ich drück mich wohl ab und zu komisch aus, spreche fast kein Deusch mehr)
Abraço (Umarmung)
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